Transkript

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00:00:07: Jami, der Kinder-Podcast.

00:00:09: Reisterassen am Ende der Welt.

00:00:31: Endlich sind wir angekommen.

00:00:34: Erst der lange Flug und dann

00:00:35: ... Wie

00:00:36: lange saßen wir im Bus?

00:00:38: So um die elf Stunden.

00:00:41: Ich muss sagen, ich hätte mir unsere Reise auf die Philippinen zu den Reisterassen nicht so anstrengend vorgestellt.

00:00:48: Aber die ganze Anstrengung wird sich bestimmt lohnen.

00:00:51: Und schließlich sollen die Reisterasten in Banaue dem Ort, zu dem wir wollen, einmalig sein.

00:00:58: Nicht nur einmalig, sondern auch schon sehr alt.

00:01:01: Allerdings haben wir es noch nicht geschafft.

00:01:04: Hier geht es zu Fuß weiter.

00:01:06: Wir müssen jetzt in die Berge zu unserer Unterkunft.

00:01:10: Bist du bereit,

00:01:10: Ben?

00:01:11: Na klar!

00:01:12: Ein bisschen Bewegung tut doch gut.

00:01:14: Nach den ewigen Rumgesetze im Bus.

00:01:17: Wir müssen aber noch auf Sia warten.

00:01:19: Schließlich ist sie unsere Bergführerin, Expertin und Gastgeberin.

00:01:24: Ohne sie möchte ich lieber nicht losgehen.

00:01:26: Außerdem wissen wir dann gar nicht, wo wir übernachten sollen.

00:01:30: Oder weißt du, wo Sia wohnt?

00:01:31: Ben, jetzt sei doch nicht so ungeduldig.

00:01:34: Sia wird schon ... Warte.

00:01:37: Sieh mal, da kommt jemand winkend auf uns zu.

00:01:39: Ich glaub, das ist sie.

00:01:41: Sia?

00:01:43: Sia,

00:01:43: bist du das?

00:01:48: Ja, das bin ich.

00:01:51: Schön, dass ihr da seid und den Weki hergefunden habt.

00:01:55: Wie war die Busfahrt?

00:01:57: Sehr lang.

00:01:58: Wir freuen uns jetzt richtig auf etwas Bewegung.

00:02:02: Das ist ja gut.

00:02:03: Es wird nämlich ziemlich anstrengend.

00:02:06: Wir wohnen übrigens in der Nähe der Reisterrassen.

00:02:09: Also, wenn wir bei mir sind, dann ist der Weg zu den Terrassen nicht mehr lang.

00:02:13: Also los,

00:02:14: Rucksäcke auf und dann folgt mir.

00:02:17: Hier geht's lang.

00:02:28: Du hast nicht zu viel

00:02:29: versprochen, Sia.

00:02:31: Der Weg hoch zu den Reißterrassen ist wirklich ziemlich anstrengend.

00:02:37: Ja, da hat Ben recht.

00:02:40: Aber kein Wunder.

00:02:42: Die Reißterrassen liegen ja in etwa eineinthausend fünfhundert Metern höher.

00:02:48: Das ist höher als der Brocken im Harz.

00:02:51: Und wer diesen Berg schon mal hinaufgestiegen ist, der weiß, wie anstrengend das ist.

00:02:58: Haltet noch etwas

00:02:59: durch.

00:03:00: Ich verspreche euch, es lohnt sich.

00:03:03: Vielleicht hilft etwas Ablenkung.

00:03:05: Ihr hattet ja gesagt, dass ihr euch mit dem Thema Reis schon etwas auskennt.

00:03:09: Was wisst ihr denn schon?

00:03:13: Wir wissen schon, dass es viele verschiedene Reisorten gibt, die sich in Form, Größe und Geschmack unterscheiden.

00:03:21: Der klassische Basmati-Reis, den man bei uns in Deutschland gern ist, ist ein langen Kornreis.

00:03:28: Und dann gibt es auch noch den Rundkornreis.

00:03:33: Außerdem wissen wir, dass Reis weltweit zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln überhaupt gehört.

00:03:39: Vor allem in asiatischen Ländern wird besonders viel Reis gegessen.

00:03:44: Kein Wunder, dass im asiatischen Raum neunzig Prozent des weltweiten Reises produziert werden.

00:03:52: Das heißt, Wenn man Reis im Supermarkt kauft, kann man fast sicher sein, dass er aus Asien kommt.

00:04:01: Wow,

00:04:02: da wisst ihr ja wirklich schon eine ganze Menge.

00:04:06: Und?

00:04:07: Hat's geholfen?

00:04:08: Geholfen?

00:04:09: Was meinst du, Sia?

00:04:13: Ich

00:04:13: weiß, was sie

00:04:14: meint.

00:04:15: Wir sind da!

00:04:18: Genau.

00:04:19: Mit etwas Ablenkung ging es doch jetzt ziemlich schnell, oder?

00:04:22: Stimmt.

00:04:24: Wow, wie schön es hier ist.

00:04:28: Überall auf den Berghängen sind große Terrassen angelegt.

00:04:33: Das sieht ein bisschen aus wie riesige Treppen, die zum Himmel führen.

00:04:36: Zerstimmt.

00:04:38: Und diese Terrassen sind alle unterschiedlich.

00:04:41: große Reisfelder, Sia?

00:04:43: Ja, und die meisten wurden schon von unseren Vorfahren angelegt.

00:04:47: Noch ohne moderne Maschinen wie Bagger.

00:04:50: sondern mit einfachen Werkzeugen und eigener Kraft.

00:04:53: Beeindruckend, oder?

00:04:55: Unsere Vorfahren haben sich dabei an den Formen orientiert, die durch die Berge und Hügel vorgegeben wurden.

00:05:01: Darum hat jede Reisterrasse eine andere Form und Größe.

00:05:04: Wow!

00:05:05: Alles ohne moderne Maschinen.

00:05:07: Und es sind ja nicht nur zwei bis drei Terrassen, sondern ... Hunderte.

00:05:12: Überall, wo man hinguckt, sieht man sie.

00:05:14: Wie alt sind denn die Reisterasten in dieser Region?

00:05:17: Oh, sie sind schon sehr alt.

00:05:19: Sie gelten als das älteste Bauwerk auf dem Philippinen.

00:05:23: Sie sind mindestens zweitausend Jahre alt und wurden inzwischen zum Weltkulturerbe von der UNESCO ernannt.

00:05:29: Wahnsinn!

00:05:30: Wenn die Vereinten Nationen etwas zum Weltkulturerbe nennen, dann muss es echt bedeutend sein.

00:05:36: So wie die chinesische Mauer oder die Pyramiden in Ägypten.

00:05:39: Wow.

00:05:42: Aber eine Frage hätte ich da noch.

00:05:46: Nutzu,

00:05:46: darum seid ihr ja hier.

00:05:48: Also, na ja, ich will nicht unhöflich sein, aber sind die Reisterassen vielleicht kaputt?

00:05:56: Kaputt.

00:05:57: Wieso sollten sie kaputt sein?

00:05:59: Na ja, guck doch mal genau hin.

00:06:01: Da fehlt doch was.

00:06:03: Oder nicht?

00:06:04: Da fehlt was?

00:06:07: Oh ja, jetzt sehe ich's

00:06:09: auch.

00:06:09: Ja, es fehlt das Wasser.

00:06:11: Wird Reis nicht eigentlich im Wasser angebaut?

00:06:14: Die Terrassen hier sind ganz trocken.

00:06:17: Also, ich dachte, dass sie vielleicht einen Leck haben und das ganze Wasser herausgelaufen ist.

00:06:23: Ach so.

00:06:23: So und nein, es ist schon alles richtig, so wie es

00:06:26: ist.

00:06:28: Es gibt unterschiedliche Arten, Reis anzubauen, den Nass anbauen und den Trocken anbauen.

00:06:35: Also einmal mit Wasser und einmal ohne, beziehungsweise eher einmal direkt im Wasser und einmal auf einem trockenen Feld, wie beispielsweise Getreide oder Mais.

00:06:45: Die muss man dann regelmäßig bewässern.

00:06:47: Richtig.

00:06:48: Eigentlich war Reis ursprünglich auch keine Pflanze, die im Wasser wächst.

00:06:52: Okay, ich dachte jetzt, dass es da vielleicht auch verschiedene Sorten gibt, welche die im Wasser wachsen und welche, die es eher trockener mögen.

00:07:00: Und das stimmt auch, jedenfalls heutzutage.

00:07:04: Aber das liegt daran, dass wir Menschen

00:07:05: den Reis

00:07:06: so gezüchtet haben, dass er sich auch im Wasser wohlfühlt.

00:07:09: Und das bringt bestimmte Vorteile mit sich.

00:07:12: Zum Beispiel, dass man die Pflanzen nicht regelmäßig bewässern muss, weil sie immer ausreichend Wasser haben.

00:07:17: Genau.

00:07:18: Aber auch, dass sich weniger Schädlinge und Unkraut auf den Reisfeldern verbreiten.

00:07:22: Das macht den Anbau leichter und schützt die Pflanzen.

00:07:25: Darum werden achtzig Prozent des weltweiten Reises als Nassreis angebaut und nur sehr wenig als Trockenreis.

00:07:33: Ein Vorteil beim Trockenreis ist allerdings sein intensiverer Geschmack.

00:07:36: Aber dafür ist der Anbau auch viel aufwendiger und die Ernte fällt geringer aus.

00:07:42: Dann werden die nächsten Tage ja ein Kinderspiel.

00:07:45: Ich dachte schon, dass wir die ganze Zeit im Wasser stehen, wenn wir dir helfen, den Reis zu pflanzen.

00:07:50: Das wäre bestimmt ziemlich schwierig geworden.

00:07:53: Aber die Arbeit auf einem Feld ist ja so ähnlich wie das Anpflanzen von Gemüse in Oma Charlies Garten.

00:07:59: Darin haben wir Übung.

00:08:02: Nein, nein.

00:08:03: Das Wasser kommt.

00:08:04: Aber erst später.

00:08:06: Erst mal müssen die Reisfelder vorbereitet werden.

00:08:08: Ähm,

00:08:09: okay.

00:08:10: Aber wie kommt das Wasser auf die Reisterassen?

00:08:13: Müssen wir es etwa mit Eimern

00:08:15: hoch tragen?

00:08:17: Ich kann dich beruhigen, Ben.

00:08:18: Das müsst ihr nicht.

00:08:21: So ein Glück.

00:08:22: Dann ist also bei Regenzeit und die Terrassen füllen sich von ganz allein?

00:08:27: Gute Überlegung, aber nein.

00:08:29: Das funktioniert anders.

00:08:30: Nämlich über ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem.

00:08:34: Das zeige ich euch morgen.

00:08:35: Kommt, ich zeige euch jetzt eure Zimmer und dann essen wir etwas.

00:08:38: Oh,

00:08:39: super!

00:08:40: Ich hab für euch

00:08:41: Adobo vorbereitet.

00:08:42: Das inoffizielle Nationalgericht der Philippinen.

00:08:45: Das ist geschmortes Fleisch in Sojasoße und Essig mit viel schwarzem Pfeffer und zerdrückt im Knoblauch.

00:08:52: Und dazu gibt es gedämpften Reis.

00:08:54: Das klingt köstlich.

00:08:55: Ich hab auch echt Hunger.

00:08:57: Ich auch.

00:09:00: Und ich freue mich aufs Bett.

00:09:03: Magen

00:09:04: wartet.

00:09:04: ein toller, aber auch anstrengender Tag auf uns.

00:09:07: Da solltet ihr richtig gestärkt

00:09:09: und

00:09:09: ausgeruht sein.

00:09:20: Guten Morgen, ihr zwei!

00:09:23: Habt ihr gut geschlafen und gut gefrühstückt?

00:09:26: Guten Morgen,

00:09:27: Sir!

00:09:28: Ja,

00:09:28: ich habe tief und fest geschlafen und wir haben gerade fertig gefrühstückt.

00:09:33: Deine Schwester ist wirklich eine richtig gute Köchin.

00:09:36: Oh ja, das ist sie.

00:09:37: Es gab Reis, gekochtes Gemüse und gebratenen Fisch.

00:09:42: Jetzt fühle ich mich ausreichend gestärkt für den heutigen Arbeitstag auf den Reistarassen.

00:09:47: Warum hast du eigentlich nicht mit uns gefrühstückt?

00:09:50: Ich wollte euch ausschlafen lassen und hab schon mal die Reispflänzchen zu unserer Terrasse gebracht.

00:09:55: So

00:09:55: können wir sie später gleich einpflanzen.

00:09:58: Super, los

00:09:59: geht's!

00:10:00: Ich bin echt gespannt, wie ihr das mit dem Wasser

00:10:02: macht.

00:10:03: Das zeige ich auch später.

00:10:05: Zuerst müssen die Reisterassen vorbereitet werden.

00:10:07: Ich stelle euch auch gleich einen Kollegen vor.

00:10:10: Er ist wirklich eine große Hilfe und wartet schon draußen auf euch.

00:10:14: Kommt mit!

00:10:23: Hilfe?

00:10:24: Das klingt gut.

00:10:25: Wir sollen uns denn helfen.

00:10:27: Oh.

00:10:29: Damit habe ich jetzt nicht gerechnet.

00:10:33: Wie toll.

00:10:34: Wasserbüffel.

00:10:36: Wie

00:10:36: süß der ist.

00:10:37: Süß ist nicht unbedingt das Wort, das ich wählen würde.

00:10:41: Er ist stark.

00:10:43: Er sieht ein bisschen aus wie eine sehr große, dunkelbraune, extrem kräftige Kuh mit riesigen, gebogenen Hörnern.

00:10:51: Er ist auch sehr stark und er verbringt gerne Zeit im Wasser.

00:10:55: Darum ist er perfekt für die Arbeit auf den Reisterassen.

00:10:58: Hat er einen Namen?

00:10:59: Das ist Ginto, einer unserer liebsten Wasserbüffel.

00:11:03: Ihr werdet sich ja ohne Probleme zusammenarbeiten.

00:11:07: Was genau werden wir zusammenarbeiten?

00:11:11: Sehr gute Frage.

00:11:12: Bevor der Reis gepflanzt werden kann, muss der Boden vorbereitet werden.

00:11:16: Aktuell ist er trocken und sehr hart.

00:11:19: Mit Gintos Hilfe und einem Flug machen wir ihn schön locker.

00:11:22: Dann können wir die vorgezogenen Reispflanzen in die Erde setzen.

00:11:26: Da vorne ist die Reisterrasse, die wir heute bearbeiten.

00:11:29: Los geht's!

00:11:31: Jetzt setzen wir die vorgezogenen Reisplänzchen in den Boden.

00:11:35: Stimmt ja, wir pflanzen keine Reiskörner.

00:11:39: Die Methode ergibt Sinn, denn die Reiskörner würden unter Wasser sicher nur sehr langsam keimen.

00:11:44: Wenn überhaupt.

00:11:46: Die Pflänzchen gucken ja schon aus dem Wasser raus und bekommen so genug Sonne, um schnell wachsen zu können.

00:11:51: Da hast du recht, Anna.

00:11:53: So.

00:11:54: Wer möchte denn von euch den Flug schieben und wer möchte Ginto führen?

00:11:57: Ähm,

00:11:58: also ich möchte Ginto gern etwas besser kennenlernen.

00:12:01: Darum würde ich ihn führen.

00:12:03: Ist das okay?

00:12:04: Du willst

00:12:05: dich nur

00:12:05: vorm Schieben drücken, gib's zu.

00:12:08: Aber kein Problem.

00:12:09: Ich kümmere mich um den Flug.

00:12:11: Klasse!

00:12:12: Dann spanne ich Ginto vor dem Flug und zeig euch dann, wie ihr das machen müsst.

00:12:17: Hier her, mein Junge.

00:12:18: Ja, fein.

00:12:20: Ginto, du hilfst mir doch, damit ich nicht so doll schieben

00:12:23: muss, oder?

00:12:25: Keine Sorge.

00:12:26: Ginto weiß, was zu tun ist.

00:12:28: Ben, du musst Ginto leicht am Zaumzeug führen.

00:12:31: Und

00:12:31: Anna, du musst den Flug gerade halten.

00:12:33: Alles klar.

00:12:35: Ich muss den Flug bestimmt hier an den Griffen, die ein bisschen wie ein Fahrradlenker aussehen, festhalten, oder?

00:12:40: Ganz genau.

00:12:41: Achte darauf, dass diese Holzpikser unten immer schön gerade in die Erde gehen, damit diese aufgelockert wird.

00:12:47: Ah, wie bei dem Rechen, den wir im Garten haben.

00:12:50: Nur eben in groß.

00:12:52: Das schaffe ich.

00:12:53: Alles klar.

00:12:55: Dann gut festhalten,

00:12:56: Anna.

00:12:57: Gintu und ich legen los.

00:12:59: Da kommt mein Junge.

00:13:00: Hopp, hopp.

00:13:01: Äh, hopp, hopp.

00:13:04: Gintu, kannst du mich hören?

00:13:07: Los geht's!

00:13:08: In die Richtung, vorwärts.

00:13:11: Einen Huf vor den anderen setzen.

00:13:14: Du weißt doch, wie das geht.

00:13:17: Was ist denn los davon?

00:13:19: Soll ich vielleicht anschieben?

00:13:20: Ich weiß auch nicht.

00:13:22: Ginto hat offenbar keine Lust.

00:13:25: Das kann ich total gut verstehen, mein Freund.

00:13:28: Aber wir müssen noch das Feld vorbereiten.

00:13:30: Sonst können wir keinen Reiß pflanzen.

00:13:33: Verstehst du?

00:13:36: Super, wir verstehen uns.

00:13:38: Also, zweiter Anlauf.

00:13:40: Hopp, hopp, lieber Ginto.

00:13:43: Zia, Hilfe!

00:13:46: Das schafft

00:13:47: ihr schon.

00:13:48: Nicht so schnell aufgeben.

00:13:51: Offenbar versteht ich Ginto doch nicht so gut.

00:13:54: Lass mich mal versuchen.

00:13:55: Damals mit der lieben Kuhdame Bella hab ich mich auch auf Anhiebgut verstanden.

00:13:59: Vielleicht klappt's ja

00:14:00: auch mit Ginto.

00:14:02: Okay, aber ich glaube, Ginto will heute nicht.

00:14:05: Kann ich bei der Hitze auch gut verstehen.

00:14:08: Ach was?

00:14:09: Es braucht nur ein bisschen Überredungskunst.

00:14:11: Wie bei dir manchmal.

00:14:14: Hallo, Ginto.

00:14:15: Na, wie sieht's aus?

00:14:18: Wollen wir zwei einen kleinen Spaziergang über das Reisfeld machen?

00:14:22: Du kannst mir dabei die wunderschönen Reisterrassen zeigen.

00:14:25: Und

00:14:25: danach gönnen wir uns eine Pause und einen leckeren Snack.

00:14:30: Na, was meinst du?

00:14:33: Hey, das klappt ja wirklich.

00:14:35: Wie unfair.

00:14:37: Wenn mir jemand gesagt hätte, dass sich Gindo mit einem leckeren Snack überzeugen muss, dann hätte ich das auch hinbekommen.

00:14:44: Entschuldige,

00:14:45: Ben.

00:14:46: Da hat Anna wohl genau ins Schwarze getroffen.

00:14:49: Halt den Flug gut fest.

00:14:50: Ginto macht ganz schön Tempo.

00:14:53: Oh, hey, halt, der Flug!

00:14:56: Hab ihn.

00:14:58: So, weiter geht's.

00:15:00: Klappt ja richtig gut.

00:15:04: Ganz schön anstrengend.

00:15:06: Geht ordentlich in die Arme.

00:15:11: Da haben Ginto und ich später beide einen leckeren Snack verdient.

00:15:17: Aber erst, wenn das Feld vorbereitet ist.

00:15:19: Ihr schafft das.

00:15:20: Ich glaub an euch.

00:15:30: Haben wir es gleich geschafft, Anna?

00:15:32: Meine Arme sind

00:15:33: pudding.

00:15:36: Ein kleines Stückchen weiter.

00:15:38: Dann sind wir fertig.

00:15:41: Also,

00:15:41: wenn ich Reisbauer wäre, dann würde ich das mit modernen Maschinen machen.

00:15:46: Geht doch viel schneller.

00:15:48: Wenn das geht sicherlich schneller, ist aber nicht möglich.

00:15:52: Wie willst du dann hier auf den schmalen Terrassen mit einer Maschine herumfahren?

00:15:56: Das geht nicht.

00:15:58: Wer weiß, vielleicht bricht sogar eine Terrasse weg, wenn man eine schwere Maschine einsetzt.

00:16:02: Du siehst.

00:16:03: Ginto ist hier genau richtig.

00:16:06: Oh, ja.

00:16:08: Ginto, ich wollte dich nicht beleidigen.

00:16:10: Du und Anna, ihr macht das

00:16:12: toll.

00:16:14: Und stopp.

00:16:16: Wir haben es geschafft.

00:16:18: Danke, Ginto.

00:16:19: Ja, danke, Ginto.

00:16:22: Endlich.

00:16:23: Ich glaube, meine Arme sind länger geworden.

00:16:26: Seht mal, sie hängen fast

00:16:28: bis zum Boden.

00:16:31: Wenn ich mich nach vorne bäuge, hängen meine Arme auch bis auf den

00:16:34: Boden.

00:16:39: Was ist denn los, Ginto?

00:16:40: Was

00:16:41: hast du?

00:16:42: Ich weiß es.

00:16:44: Du hast ihm doch was versprochen.

00:16:48: Ein leckerer Snack zur Belohnung.

00:16:51: Da haben wir doch sicher etwas da, oder?

00:16:54: Natürlich.

00:16:55: Da vorne liegt ein schöner Haufen Gras.

00:16:57: Das brist Ginto am liebsten.

00:17:01: Na komm, lass es dir schmecken, Ginto.

00:17:05: Und was ist mit mir?

00:17:07: Für dich oder besser für euch gibt es natürlich auch etwas.

00:17:11: Ich hab Lumpia dabei.

00:17:12: Fräzierte Frühlingsrollen gefüllt mit Kohl, Wohnen, Zwiebeln, Karotten, Ingwer und Knoblauch.

00:17:18: Ein leckerer Snack, der hier sehr beliebt ist.

00:17:21: Hier ist auch noch zum Dippen ein bisschen Sojasauce.

00:17:27: Total lecker.

00:17:28: Ja, richtig gut.

00:17:32: Vor allem nach der anstrengenden Arbeit.

00:17:35: Wir sind aber noch nicht fertig.

00:17:37: Jetzt, wo die Terrasse aufgelockert ist, werden wir sie als nächstes mit Wasser fluten.

00:17:42: Und dann werden die Reispflänzien eingesetzt.

00:17:45: Seht ihr die kleine Umrandung der Reisterrasse?

00:17:48: Entschuldigung, diese kleine Mauer aus Schlamm und Stein?

00:17:52: Genau, die hält nicht nur das Wasser in der Terrasse, sondern darunter versteckt sich auch ein Rohresystem aus Bambus, das das Wasser zu den Terrassen bringt.

00:18:01: Ach ja, Bambus ist innenhol, also super für Rohre geeignet.

00:18:06: Aber woher kommt das Wasser?

00:18:08: Wenn wir den Berg hier noch etwas höher steigen, dann würden wir zum Regenwald kommen.

00:18:12: Dort gibt es Wasser, dass wir durch die Rohre hier runter zu den Reisterrassen leiten.

00:18:17: Aber wird das dann nicht irgendwann zu viel Wasser?

00:18:20: Ja, wir haben aber ein Schleusensystem eingebaut.

00:18:23: Damit lässt sich gut regeln, welche Terrasse wann wie viel Wasser bekommt.

00:18:27: Ah, man macht also einfach eine Klappe zu und das Wasser fließt nicht in die Terrasse, sondern weiter nach

00:18:34: unten.

00:18:35: Ganz schön clever.

00:18:37: Wirklich beeindruckend, was sich die Menschen schon damals ausgedacht haben.

00:18:41: Total

00:18:41: beeindruckend.

00:18:43: Und wir öffnen jetzt einfach so eine Klappe und fluten damit die Terrasse?

00:18:47: Richtig.

00:18:48: Das ist die Klappe.

00:18:49: Darf ich sie öffnen?

00:18:51: Natürlich.

00:18:52: Klasse.

00:18:53: Und Wassermarsch.

00:18:59: Sag mal, das Anpflanzen allein ist nur ein Schritt.

00:19:03: Der Reis muss später auch geerntet werden.

00:19:05: Wie funktioniert das?

00:19:06: Wenn die Reispflanzen groß genug sind, hängen an ihnen bis zu dreitausend Reiskörner.

00:19:13: Etwa eine kleine Hand voll.

00:19:15: Und zwar an mehreren Stängeln mit Risken.

00:19:17: Das sieht so ähnlich aus wie beim Weizen.

00:19:20: An den Stängeln sind oben so große, pusheliege, braune Verdickungen.

00:19:24: Darin sind die Reiskörner.

00:19:26: Genau.

00:19:27: Man lässt das Wasser ab und zieht die Pflanzen aus dem Boden.

00:19:30: Die müssen jedes Jahr neu gepflanzt werden.

00:19:33: Nach dem Rausziehen werden die Pflanzen getrocknet und die Reiskörner fallen beim Dreschen aus den Höhen der Risten.

00:19:38: Dreschen?

00:19:39: Ach ja!

00:19:40: Dabei schlägt man die Pflanzen auf den Boden oder auf etwas anderes Hartes, damit die Körner herausfallen.

00:19:46: Ganz genau so wird es gemacht.

00:19:47: Wirklich viel Arbeit.

00:19:50: Wie schön, dass wir einen kleinen Einblick in den Reisanbau bekommen dürfen.

00:19:55: Das mache ich gerne.

00:19:57: Aber jetzt lasst uns ausruhen und essen, bis die Terrasse voll Wasser gelaufen ist.

00:20:14: Toll, wie das funktioniert.

00:20:17: Auf das Wasserleitsystem sind wir richtig stolz.

00:20:22: Ich denke, jetzt reicht es.

00:20:24: Ich schließe die Klappe und dann beginnen

00:20:26: wir die Pflanzen zu setzen.

00:20:28: Super!

00:20:28: Ich bin auch wieder fit und gespannt, wie denn jetzt die kleinen Reißplänzchen genau gepflanzt werden.

00:20:34: Also bei einem trockenen Feld sieht man ja, wo man ein Loch buddeln und die Pflanzen hineinstecken muss.

00:20:40: Aber das Wasser ist durch die lockere Erde ganz trüb und schlammig.

00:20:45: Da sieht man überhaupt nichts.

00:20:47: Aha, zugegeben.

00:20:49: Ein bisschen Übung

00:20:49: braucht man schon.

00:20:51: Aber es hat mehr etwas mit dem richtigen Gefühl zu tun.

00:20:54: Ich zeig's euch gleich.

00:20:55: Wartet nur ab.

00:20:57: Aber ja, deine Hose und deine Schuhe

00:20:59: werden ja ganz nass.

00:21:01: Macht doch nichts, die trockenen auch wieder.

00:21:03: Na dann, mal rein ins frische Regenwald nass.

00:21:07: Moment, warte.

00:21:09: Anna, Regenwald, das bedeutet ...

00:21:15: Was ist,

00:21:16: Ben?

00:21:17: Denk doch mal nach.

00:21:18: Was liebt im Regenwald?

00:21:21: Na ja, viele Tiere.

00:21:23: Na und?

00:21:25: Genau, viele Tiere.

00:21:27: Und dazu gehören auch Schlangen.

00:21:30: Du weißt doch, Anna,

00:21:32: Schlangen begegne ich nicht so gerne.

00:21:38: Was ist, wenn eine Schlange oder mehrere Schlangen die Bambusrohre als Wasserrutsche genutzt haben und jetzt hier im Reichsfeld rumschwimmen?

00:21:47: Keine Angst, Ben.

00:21:48: Wir haben Gitter vor die Rohre gesetzt.

00:21:51: Schlangen kommen eher nicht durch die Rohre ins Feld.

00:21:53: Wenn, dann schlängeln sie sich einfach so auf die Felder.

00:21:56: Einfach so?

00:21:58: Auf die Felder?

00:21:59: Ich glaube, ich kann nicht ins Marschewasser.

00:22:02: Da sehe ich ja noch nicht mal, ob also eine Schlange da ist.

00:22:08: Also

00:22:08: lässt du genau wie ich deine Schuhe an.

00:22:10: Und du krempelst deine Hose nicht hoch.

00:22:13: Keine Angst.

00:22:14: Schlangen haben eher Angst vor Menschen.

00:22:16: Außerdem war das Feld bis heute trocken.

00:22:18: Das mögen Schlangen ja nicht so gerne.

00:22:20: Komm schon, keine Angst, Ben.

00:22:24: Mal, Ben, ich

00:22:25: bin auch schon drin.

00:22:27: Angenehm, kühl.

00:22:28: Alles ist gut.

00:22:30: Okay, dann will ich mal nicht so sein.

00:22:33: Ich trau mich.

00:22:35: Vielleicht.

00:22:37: Komm, Ben, wirklich.

00:22:39: Alles ist gut.

00:22:40: Okay, ich bin mutig.

00:22:45: Oh, schön kühl.

00:22:47: Das tut gut.

00:22:49: Und der Boden beziehungsweise der Matsch fühlt sich wirklich schön locker an.

00:22:54: Da haben wir gute Arbeit geleistet.

00:22:57: Toll, Ben, dass du dich getraut hast.

00:22:59: So, jetzt schnappt sich jeder von euch so eine große Umhängetasche mit Reißpflanzen.

00:23:04: Und dann gebt ihr vorsichtig eine

00:23:06: heraus.

00:23:07: So, dass die Wurzeln nach unten zeigen.

00:23:09: Und steckt sie unter Wasser ein paar Zentimeter in die Erde.

00:23:13: Etwas andrücken.

00:23:17: Oh, das klingt ja eigentlich ganz einfach.

00:23:20: Also, versuch ich es gleich mal.

00:23:23: Ein Pflänzchen vorsichtig aus der Tasche nehmen.

00:23:28: Wurzeln zeigen nach unten.

00:23:30: Und

00:23:31: Hand ins Wasser.

00:23:34: Oh,

00:23:34: ja.

00:23:35: In die

00:23:36: Erde

00:23:36: stecken.

00:23:38: Ein bisschen festdrücken.

00:23:41: Was sagst du, Sia?

00:23:42: Sieht

00:23:42: super aus.

00:23:44: Das wiederholst du jetzt immer wieder mit ein paar Zentimetern Abstand zwischen den Pflanzen.

00:23:48: Bist du am Ende der Reichterrasse angekommen bist?

00:23:51: Das bekomme ich, glaube ich, hin.

00:23:53: Ich versuche es auch.

00:23:55: Tasche, Pflanze, Wurzeln nach

00:23:59: unten und

00:24:04: in die Erde.

00:24:06: Das klappt super.

00:24:07: Aber man braucht wirklich ein gutes Gefühl dafür, wie tief die Reispflanzen unter Wasser in die Erde müssen.

00:24:12: Keine Sorge!

00:24:14: Hier bekommt schnell Übung!

00:24:19: Eine Schlange!

00:24:29: Wasser gezogen!

00:24:30: Eine Schlange zieht an meinem Bein!

00:24:40: Hilfe!

00:24:41: Wahnsinn!

00:24:42: Der Boden ist locker und schlammig.

00:24:44: Da bleiben die Füße

00:24:45: gern stecken.

00:24:46: Ihr müsst die vorsichtig frei wackeln.

00:24:50: Keine Wasserschlange?

00:24:52: Aber das Platschen

00:24:52: eben!

00:24:53: Das war doch... Keine Schlange!

00:24:55: Mir ist meine Tasche ins Wasser gefallen.

00:24:58: Sie ist mir beim Bücken von der Schulter gerutscht.

00:25:00: Ach, bin die was so ... Mir war warm und ich brauchte eigentlich nur eine Abkühlung.

00:25:10: Also, eh, solltet ihr auch mal versuchen?

00:25:13: Natürlich,

00:25:14: Ben.

00:25:16: Oh je.

00:25:18: Ich merke grad, dass meine Küse auch feststecken.

00:25:22: Freivackeln, hast du gesagt?

00:25:24: Okay, dann wackel ich mal kräftig mit dem Fuß.

00:25:28: Oh!

00:25:32: Nein, Gefeind!

00:25:35: Das ist ja meine Entfehlung gehört.

00:25:40: So eine Runde

00:25:41: Baden tut doch gut.

00:25:42: Ja, da hast du recht.

00:25:48: Na dann, machen wir eine kurze Badepause.

00:25:54: So.

00:26:01: Ich muss schon

00:26:02: sagen.

00:26:03: So gefällt mir die Reispflänzchenpflanzung.

00:26:07: Jetzt fehlt eigentlich nur noch Ginto.

00:26:09: Gintoka!

00:26:33: Das war Yami, der Kinder-Podcast.

00:26:36: Präsentiert von Edeka.

00:26:38: Wenn du kein Abenteuer mehr von uns verpassen möchtest, kannst du unseren Podcast abonnieren.

00:26:43: Wir freuen uns auf dich.

00:26:45: Yami gibt es auch als Heft.

00:26:46: Bis bald.

00:26:47: Deine

00:26:47: Anna und dein Ben.

00:26:49: Wir hören

00:26:50: uns.